Aufnahmen bei hohen Szenenkontrasten bereiten aktuellen ( 2006 ) digitalen Kameras Probleme, da diese nur einen Tonwertumfang von ca. 9 Blendenstufen wiedergeben können. Diese Situation trifft man bei sehr hellem Sonnenschein und primär bei Nachtaufnahmen an. Es entsteht dabei das Problem, dass bei richtig belichteten Lichtern die Schatten zulaufen und bei richtig belichteten Schatten die Lichter ausreißen. ( Himmel, Lichtquellen etc. )

Um dem zu begegnen bedient man sich einer speziellen Technik genannt DRI ( Dynamic Range Increase ). Hierbei werden mehrere unterschiedliche Belichtungen eines identischen Motivs zu einer Aufnahme zusammengesetzt um dabei einerseits richig belichtete dunkle Stellen mit gleichzeitig richtig belichteten hellen Bildteilen zu vereinen. Das Ergebnis soll dann ein natürlich wirkendes Foto sein, welches einen theoretisch unbegrenzten Tonwerumfang komprimiert darstellt. Hier ein solches Endergebnis, welches wir gleich zusammen anfertigen werden:

Es folgt nun eine Anleitung mit Fotos zum Download zur ausschließlich privaten Verwendung. Die hier vorgestellte Methode ist ein Kombination aus mehreren Verfahren und zeichnet sich durch einfachste und kürzeste Bearbeitung bei gleichzeitig optimalem Ergebnis aus. Zur kompletten Durchführung sind später nötig:

  • Ein stabiles Staiv
  • Kabelauslöser
  • Ein Programm zum automatischen Zusammenrechnen der Files
  • Ein EBV-Programm, welches mit Ebenen arbeiten kann ( z. B. Photoshop )

Vom Motiv wird eine Belichtungsreihe aufgenommen, welche den gesamten Kontrastumfang aufzeichnet. Dies erfolgt duch ändern der Belichtungszeit bei konstanter Blende. Üblicher Weise genügen +2, 0, -2, -4, -6 Blendenstufen. Zwischen den Aufnahmen darf die Kamera keinesfalls auch nur minimal bewegt werden, da dies bei zusammensetzen der Aufnahmen zu Doppelkonturen führen würde. Dafür wird der Kabelauslöser benutzt. Im Idealfall wird in der Kamera im RAW-Format aufgezeichnet um die maximal mögliche Dynamik zu erhalten. Herzustellen ist das Foto auf dem Computer zunächst als 16 bit TIFF.

Hier ist nun eine Belichtungsreihe, welche ich für Trainigszwecke zur Verfügung stelle und welche Sie sich zunächst downloaden.

Download zip ( 43 MB / 5x8,7 MB  )

Weiterhin laden Sie sich bitte hier das Programm ImageStacker herunter. Nach dem Öffnen des Programms drücken Sie den Button *Start* und markieren alle Dateien der Belichtungsserie und danach auf *Öffnen*. Die verschiedenen Bilder werden nun automatisch zusammengerechnet und von Ihnen unter neuem Namen gespeichert. Mit dem erreichten Ergebnis kann der Eine oder Andere sicher schon ganz gut leben und wäre bereits fertig.

Der anspruchsvolle Fotograf wird jedoch erkennen, das die flächigen Lichter beim Juwelier und beim Imbiss ziemlich ausgewaschen sind, was einen generellen Nachteil der automatischen Verrechnung darstellt. Dieses Defizit werden wir nun mit einigen Handgriffen beseitigen. Dieses Finetuning wird anhand des Programms *Photoshop* erklärt. Bei Verwendung anderer Software verfahren Sie bitte sinngemäß. Mit ein wenig Übung dauert der ganze Vorgang nicht einmal 2 Minuten.

Öffnen Sie sowohl das gestackte Bild, als auch das Bild *-6*. Bei diesem Bild *-6* gehen wir auf *Auswahl > Farbbereich auswählen > Auswahl Tiefen > OK*, dann auf *Auswahl > Auswahl unkehren > OK* und nun auf Auswahl > weiche Auswahlkante > Radius 3 Pixel > OK*. Es folgt *Ebene > Neu > Ebene durch Kopie*. Diese Ebene ( Lichter ) ziehen wir nun in das bereits geöffnete, gestackte Bild und bringen es dort zur Deckung. Wir markieren die Hintergrundebene und spreizen den Tonwert *Bild > Anpassen > Tonwertkorrektur*. Dies tun wir durch verschieben des rechten Reglers zur Mitte des Beginns der Mittenzeichnung.

Die Tonwerte sind nun komprimiert und die ist Helligkeit angepasst. Nun werden noch kurz verbliebene Schattenspuren aus dem Bild entfernt. Wir aktivieren hierbei nur die Lichterebene und beseitigen an dunklen Bereichen was uns stört.

Nun nur noch auf Hintergrundebene reduzieren und letztes Finetuning im Bereich Farbintensität und Schärfe.

Das war doch easy, oder? Viel Spass beim Üben.